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Am Ende meines kurzen Schattens
Das Wesen von Wielands abstrakter Malerei lässt sich am besten durch eine „Dekonstruktion
von Geometrie“ beschreiben: Gegenstand der gezeigten Arbeiten sind wahllos angeordnete
geometrische Figuren, die mit verschiedenen Techniken zu Leinwand oder Papier gebracht
und durch grelle Neonfarben überlagert werden. Es ist ein klares Echo der schrillen Form- und
Farbgebung der 80er Jahre, welches gegenwärtig auch in Mode und Film erklingt.
Das anfängliche Zusammenspiel der Formen und Farben kulminiert bei näherem Hinsehen in
einem regelrechten Kampf um eine Vorrangstellung in der Wahrnehmung des Betrachters.
Charakterähnlichkeit zeigt sich in der flirrenden grafischen Umsetzung vom ersten Gameboyspiel
Tetris, ein Relikt der späten 80er: Abwärts fliegende Quadrate und l-förmige Gebilde, die mit dem
Neongrün des Displays eine Symbiose eingehen und nach zweistündigem Spieleexzess ein
Flimmern in den Augen entstehen ließen. Einerseits glaubt man hinter dem Mix aus Farben und
Formen bei Stefan Wieland eine hohe Stringenz zu erkennen, gesteigert zur Assoziation eines
sich auslebenden Pedanten. Andererseits macht sich ein Gefühl zwischen Verwirrung und Ahnung
breit, welches der Betrachtung eines Atom-Molekül-Modells gleichkommt.
Am Ende meines kurzen Schattens: eine Hommage an Zirkel und Filzstift.
Elsa-Laura Horstkötter
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