Ruptures

Es liegt etwas Surreales in den Arbeiten von Sabrina
Small, wenngleich dieses Wort nur unzureichend
die Welt beschreibt, die sie uns durch ihre Kunst
erschließt. Vielleicht muss das treffende Wort für
diese Welt erst noch erfunden werden.

Großäugig erscheinen ihre Figuren und sind versehen
mit sehr weiblichen Zügen. Small zeigt die Frau als
zerbrechliches Wesen, kindlich, nackt und dennoch
auf ihre Weise geheimnisvoll. Beeinfl usst vom Stil
japanischer Tuschemalerei lehnen sich ihre Pinselzeichnungen
in der Erzählstruktur comicartigen Mangas an.

In Smalls Arbeiten dominiert eine fi ligrane Linie –
gezeichnet, gemalt oder gestickt. Zwar liegt ihre
Konzentration auf den einzelnen Formen und Figuren,
doch hat sie stets die Gesamtkomposition
im Blick. Meisterlich beherrscht Small das künstlerische
Spiel, um ihren surrealen Figurinen Leben
einzuhauchen.

Mit Hilfe von Glitzerfäden, Perlen und Glitterstaub
schafft die Künstlerin eine ausgewogene Balance von
linearen und erzählerischen Aspekten ihrer Werke.
Smalls Arbeiten zeigen Ideen und Konzepte, die sie
in den vergangenen 17 Jahren verfeinertund gefi ltert
hat. Sie verfügt über eine außergewöhnliche
Kontrolle über ihr Arbeitsmaterial, „ihre Linie ist
fl ießende Perfektion, lyrisch und poetisch“ (Marc
Ormond 2007). Die von ihren Farben und Formen
geschaffenen Wege führen in eine Welt der Überraschungen
und Entdeckungen.

Der Lohn des Betrachters ist sowohl intellektuell
wie sinnlich. Das Umherschweifen in dieser Bilder-
Welt ermutigt uns, unsere persönlichen Träume und
Ideen zu verfolgen.