Dort rastet die Lilith

In der Doppelausstellung werden zwei unterschiedliche künstlerische Strategien zu sehen sein.
Während die Amerikanerin Sabrina Small ihre jüngsten Aquarell- und Tuschearbeiten präsentiert,
hat die junge Deutsch-Kanadierin Pat Rosenmeier, Jahrgang 1979, mit ihren Magnolien-Malereien
ihre erste Galerienausstellung.


Die Deutung von Rosenmeiers Magnolien-Motiv sollte man möglichst vermeiden, da die Magnolie
nicht etwa wie in der chinesischen Symbolik ein schönes Mädchen darstellt. Die Magnolie ist
vielmehr Ausdruck der Kunst selbst. „Ich mal, weil ich bestimmte malerische Verfahren auf
allgemein kunstgeschichtliche Fragestellungen anzuwenden versuche“, so Pat Rosenmeier.
Damit funktioniert die Magnolie als Grundmuster für immer neue, zahlreiche Modifikationen und
gestaltet sich als Abfolge von Variationen.


Infantiles, traumhaftes und phantastistisches verstecken sich in den Kleinmalereien, Stickereien
und Zeichnungen von Sabrina Small.  Sie erzählt Geschichten paralleler Welten und verknüpft
gleichzeitig mehrere Handlungsstränge miteinander. Junge Frauen stehen in jeder ihrer Arbeiten
im Zentrum. Die Stimmung ist geheimnisvoll und der Betrachter gefangen in einer Spannung aus
Verletzlichkeit und Vertrauen. Alles ist vage und bleibt offen ...   


Der Akt und das Resultat der bildlichen Inszenierung deuten auf den Mythos. Denn der Mythos
kann das Unsagbare aussprechen. Die Arbeiten von Pat Rosenmeier und Sabrina Small artikulieren
Sachverhalte, die unaussprechlich erscheinen.