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Wassermann tanzt Monster-Twist
Schockschwerenot!
Der Ölpreis steigt! Millionen von Ölmalern bangen
um ihre Existenz, der Markt bricht
ein! Doch es steht bereits eine neue
Generation bereit, die unabhängig vom
zähflüssigen Fossilschleim den
Pinsel führt – in Aquarell. In Aquarell? In der Tat
ruht selbst in der Ära
des Wassermanns die Aquarellkunst hierzulande weitgehend unbemerkt
auf dem Grunde jenes künstlichen Meeres, dessen
Oberfläche ein bunter
Ölschleier bedeckt. Das "how do you do der Gefühle"
indes lässt einige
ihrer Vertreter nach oben perlen und schickt sie auf eine Raumreise der
Möglichkeiten. Sie beginnt in den weiten, in sich selbst
verschwimmen-
den Landschaften Philipp Haagers, tanzt den Monster-Twist im Garten
der Formen, Farben, Figuren bei Gabriele Steidinger und Simon Hemmer
und und endet in den tristen Interieurs von Nele Knatz, über
welche ein
Tintenstrahldrucker jene Flecken verteilte, die das Leben
vergaß. Vom
Parkett aus wohnen Uwe Schäfers betrachtete Betrachter bei.
Was ist
hier der gemeinsame Nenner? Ganz einfach. Man setze zwei Kleckse
Ölfarbe nebeneinander. Sie werden einander ignorieren, nur
gewaltsam
zueinander finden. Man wiederhole selbiges mit zwei Aquarelltupfern. Sie
werden ineinander übergehen. Ganz selbstverständlich.
Und verbleiben
auch die Werke in der Galerie Deck physisch an einem Ort, so
zerfließen
sie doch auf wundersame Weise ineinander und tauschen ein
höfliches
"How do you do?" aus.
Jörg Scheller
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