|
|
|
|
|
Clouds
Sanfte Übergänge und harte Kontraste kennzeichnen die aufgrund virtuoser
Schichtungen farblich ausgesprochen intensiven Ölgemälde von Clemens Schneider.
Unter dem Einfluss von Free Jazz oder Neuer Musik entstanden, atmen sie einen
ambivalenten „atmosphärischen“ Charakter: Fließend-weiche, nebulöse Verläufe in
Pastelltönen legen sich wie eine glättende Haut über dunkle, verschattete Bereiche,
aus denen heraus es in leuchtenden Farben wie Lava glüht. Als seien es kleine Wunden,
durch die das „Darunter“ hervorscheint, durchziehen helle, fast klirrende Akzente und farbige
Flecken den von vertikalen Zonen gegliederten Bildraum.
Assoziationen an Architekturen oder Landschaften steigen im Betrachter auf, die unter dem
Eindruck übersteigerter Farbigkeit und nebulöser Schleier aber sogleich wieder aufgelöst
werden. Der formalen Offenheit folgt Verunsicherung, und die dank der Helligkeit der Farben
zunächst heitere Bildwirkung „kippt“ ins Bedrohliche. Eine surrealistische Scheinwelt tut sich
auf, und fast unbemerkt gleitet der Betrachter – vom Künstler geführt – ins Reich seiner
eigenen Phantasien, Erwartungen und Ängste...
Winfried Stürzl
|
|
|
|
|
|
|
|